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Einatmen
Beim Einatmen haben wir das Gefühl, dass die eingeatmete Luft die Lungen dehnt und damit den Brustkorb weitet. Leider entspricht diese Wahrnehmung nicht den tatsächlichen Gegebenheiten.

Einatmen heißt: Damit Luft von außen in den Körper einfließen kann, müssen die beiden extrem elastischen Lungenflügel gedehnt werden. Das Auseinanderziehen der Lungen erfolgt einerseits in den Bauchraum (verantwortlich dafür ist das Zwerchfell mit seinen Muskeln) und geschieht andererseits durch eine Weitung des Brustkorbs (verantwortlich dafür sind Muskeln, die den Brustkorb vertikal und horizontal öffnen). Sobald die Lungen auch nur ein wenig gedehnt werden, fließt sofort die Außenluft in den so entstandenen Raum. Während des gesamten Dehnungsvorganges der Lungen strömt gleichzeitig die Außenluft in die Lungen ein. So hat sich in uns das falsche Bild etablieren können, dass die Einatemluft den Körper quasi „aufbläst“.

Ausatmen
Wenn die Muskeln des Zwerchfells die Lungen für die Einatmung in Richtung Bauchraum hinunterziehen, dann werden einerseits die Lungen gedehnt, andererseits alle Organe, die unter dem Zwerchfell liegen, in Richtung Becken gedrückt. Dies zeigt sich in einem Nach-außen-gehen der vorderen Bauchwand. Bei der Ausatmung – vorerst einmal ohne dabei zu sprechen oder zu singen – entspannen sich die Muskeln des Zwerchfells. Es lässt sich von den Lungen, die sich wieder auf ihre ursprüngliche, nicht gedehnte Anfangsgröße zusammenziehen, nach oben mitnehmen. Dadurch entsteht unter dem Zwerchfell wieder mehr Platz und die Bauchwand kann in ihre ursprüngliche Position zurückgehen. Auch der bei der Einatmung geöffnete Brustkorb folgt den sich verkleinernden Lungen. Nach der Ausatmung sind sowohl die Muskeln des Zwerchfells als auch die Muskeln, die den Brustkorb vertikal und horizontal geöffnet haben, entspannt -  und bereit für die nächste Einatmung wieder aktiv zu werden.

Ausatmen mit Phonation (Sprechen oder Singen)
Während sich bei der Atmung ohne Phonation „Ein- und Ausatmungsphase wie 1:1,2 (1:1,1 ... 1,9) verhalten, gilt für die Stimmatmung etwa 1:8.“ (Seidner, Wolfram; Wendler, Jürgen: Die Sängerstimme. Phoniatrische Grundlagen der Gesangsausbildung. Henschel Verlag, Berlin, 1997, S. 58). Das Verhältnis 1:8 meint hier das Verhältnis von Ein- und Ausatmung beim Singen. Aber auch für die Sprechstimme gilt, dass durch das während des Sprechens notwendige ununterbrochene Schließen und Öffnen der Stimmlippen der Luftstrom "gebremst", also verlangsamt, wird (Bei der Ausatmung ohne Phonation sind die Stimmlippen geöffnet.). So wird bei der Ausatmung mit Phonation der Luftstrom geringer sein, als bei der Ausatmung ohne Phonation. Das Verhältnis von Ein- zu Ausatmung wird sich in etwa bei 1:4 bewegen.

Für eine resonanzreiche und tragfähige Stimme ist es wichtig, während der Phonation die Ausatmungsluft nicht zu vergeuden, sondern möglichst sparsam damit umzugehen.  In dem Buch „Atem und Stimme“ wird dies von Coblenzer – Muhar treffend so beschrieben: „Die Resonanz wird umso besser sein, je konstanter die Luftmenge im System bleibt. (…) Dies geschieht mit Hilfe der Tonstütze. Unter 'Tonstütze' versteht man die Summe aller Kräfte, die dem Ausströmen der Luft während der Phonation entgegenwirken.“ (Coblenzer, Horst; Muhar, Franz: Atem und Stimme. Anleitung zum guten Sprechen. Österr. Bundesverlag, 1976; S.107). Man darf dies aber nicht so interpretieren, dass hier einige Muskeln willentlich eingesetzt werden, die den Ausatemluftstrom zurückhalten. Das Verlangsamen des Ausatemluftstromes wird über Vorstellungen (Intentionen) erreicht, die eine Einatmungstendenz in sich tragen, wie zum Beispiel das Staunen.

Das Zwerchfell, das bei der Einatmung die Lungen in den Bauchraum gezogen hat, lässt sich nun nicht mehr passiv von den elastischen Lungenflügeln nach oben ziehen, sondern gibt diesem Zug nur langsam nach. Auch jene Muskeln, die die Öffnung des Brustraumes bewirkt haben, stellen sich dem raschen Verkleinern dieses Raumes entgegen. Durch diese, durch Intentionen ausgelösten Vorgänge wird insgesamt das Zusammenziehen der Lunge gebremst und es wird mit weniger Luft gesprochen (oder gesungen). Bei diesem Vorgang kommt dem Zwerchfell eine größere Bedeutung zu, weil es nicht nur für die größere Einatmungsluftmenge sorgen, sondern auch durch seine zahlreichen Muskeln sehr fein reagieren kann.


Schlussfolgerung

Nun, wo wir wissen, dass Muskeln für die Einatmung und auch für die Ausatmung mit Phonation verantwortlich sind, und wir auch wissen, dass viele Muskeln des Körpers bewusst gesteuert werden können, sollten wir versuchen, den Einatmungs- aber auch den Ausatmungsvorgang bewusst wahrnehmen und beeinflussen zu lernen. Der VidiVoice-Atemgurt, um den Bauch gelegt, hilft die Bauchatmung zu erlernen und zu trainieren. Es wird für Sie ganz leicht, die Bauchatmung zu spüren und zu trainieren. Je nachdem, wie viele der Punkte beim Einatmen auf dem Messstreifen des Atemgurtes erscheinen, desto intensiver ist die Bauchatmung. Mit einem zweiten Gurt, der so weit als möglich unter den Achseln um den Brustraum gelegt wird, kann auch die Brustatmung bewusst gemacht werden.


Durch die Visualiseriung der Bauch- und Brustatmung mit VidiVoice-Biofeedback lassen sich in kurzer Zeit sowohl Einatmung als auch die Ausatmung (mit und ohne Phonation) erspüren, erlernen, einüben und festigen.

Beim Beenden der Aufnahme erhalten Sie als Ergebnis eine prozentuelle Gewichtung der Bauch- zur Brustatmung.

Wenn Sie den Focus auf die Atmung legen wollen, eignet sich VidiVoice-Biofeedback für ein spezielles Atemtraining. Um sich auf Ihre Atmung konzentrieren zu können, beachten Sie nur die Atemkurven. In der oben abgebildeten Darstellung wurde der Standardtext "Nordwind und Sonne" gesprochen. So werden Sie ganz einfach Ihre Atmung bewusst wahrnehmen und einsetzen lernen.

 
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